Feldexperimente in der Arbeitsmarktforschung: Potenziale, Herausforderungen und Praxisbeispiele

Prof. Dr. Gesine Stephan

Im Jahr 2017 ging durch die Presse, dass die Koalitionsregierung in Schleswig-Holstein erwägt, ein Grundeinkommen zu erproben. Eine tragfähige Evaluation dürfte im Fall einer Umsetzung ein Feldexperiment mit einer zufälligen Zuweisung von Teilnehmenden erfordern. Maßnahmenevaluationen setzen neben einer Gruppe von Teilnehmenden immer eine adäquate Kontrollgruppe voraus. Differenzen z.B. bei den Beschäftigungsergebnissen oder der Lebenszufriedenheit beider Gruppen ließen sich bei einem gut ausgeführten Experiment dann kausal dem Erhalt des Grundeinkommens zuschreiben. Dies wäre nicht möglich, wenn Personen selbst entscheiden dürften, ob sie das Grundeinkommen erhalten möchten, oder z.B. Angestellte einer Verwaltung darüber entscheiden. Denn dann wäre davon auszugehen, dass für die Evaluatoren unbeobachtbare Faktoren (z.B. die Arbeitsmotivation) sowohl bei der Teilnahmeentscheidung als auch bei den untersuchten Arbeitsmarktergebnissen eine Rolle spielen. Was wäre bei einem Feldexperiment gegebenenfalls zu beachten? Der Vortrag erläutert zunächst die Potenziale des Ansatzes. Er benennt aber auch Beschränkungen der Aussagekraft von Experimenten und geht auf mögliche Probleme und Fehler bei der Implementation ein – aussagekräftig sind nur sorgfältig designte und gut ausgeführte Feldexperimente. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat in Deutschland bereits einige Feldexperimente zu arbeitsmarktpolitischen Fragen durchgeführt, die der Vortrag vorstellt.